Tagesordnungspunkt

TOP 3: Antrag Stadt Bad Aibling auf 6. √Ąnderung des Bebauungsplanes Nr. 76 "Parkgel√§nde Mietraching" mit integriertem Gr√ľnordnungsplan zur Festlegung der Nutzungsfl√§chen im Sportpark Bad Aibling sowie √Ąnderung des Fl√§chennutzungsplanes im Bereich dieser Bebauungsplan√§nderung
- √Ąnderungsbeschl√ľsse
- Beschluss √ľber vorgezogene Offenlage

BezeichnungInhalt
Sitzung:28.08.2014   2014/STR/068 
Beschluss:Abstimmung: angenommen
Abstimmung: Ja: 19, Nein: 0
Vorlage:  2014/1251 

Sachverhalt:

Im Bereich des Sportparks Mietraching stehen verschiedene Bauma√ünahmen an. Vom Tennisclub Bad Aibling wird die Errichtung einer Dreifach-Tennishalle mit zwei Au√üenpl√§tzen beantragt. Im s√ľdlichen Teil des Geltungsbereichs ist die Errichtung einer Kartbahn vorgesehen. Auch von der Fa. B&O wurde angek√ľndigt, f√ľr ein Sport-Innovations-Center ebenfalls eine gr√∂√üere Halle auf ihrer Grundst√ľcksfl√§che innerhalb des Sportparks errichten zu wollen.

Vom Stadtrat wurde gew√ľnscht, dass die Verwaltung ein Gesamtkonzept erarbeiten lassen soll, welche eine maximale Auslastung von weiteren baulichen Anlagen innerhalb des Sportparks jetzt und in der Zukunft erm√∂glicht. Hierbei sollten die bereits genehmigten Antr√§ge, wie aber auch die M√∂glichkeit zur Errichtung eines evtl. Sportbades ber√ľcksichtigt werden.

Bei Errichtung der Kartbahn fallen ca. die H√§lfte der im rechtskr√§ftigen Bebauungsplan festgesetzten Stellpl√§tze f√ľr die bestehenden Hallen und die Freisportfl√§chen weg. Bei dem Konzept zur Unterbringung neuer Hallen muss daher eine neue Fl√§che f√ľr den Nachweis der ben√∂tigten Stellpl√§tze f√ľr den Bestand, wie die k√ľnftigen Nutzungen gefunden werden.

 

Herr von Angerer pr√§sentierte in der Sitzung des Bauausschusses vom 11. M√§rz 2014 im Zusammenhang mit der Behandlung des Bauantrages f√ľr eine Tennishalle, Planungs√ľberlegungen f√ľr die weitere Entwicklung des Gel√§ndes in 2 Stufen.

 

 

Der Bauausschuss empfahl daraufhin dem Stadtrat, dem Antrag zum Neubau einer Tennishalle mit der Maßgabe zuzustimmen, dass der Standort entsprechend dem Gesamtentwicklungsplan Sportpark umgesetzt wird. Eine entsprechende Lagetektur ist einzureichen.

 

 

Am 15.04.2014 fand im Rathaus Marienplatz ein gemeinsamer Abstimmungstermin mit allen Vereinen statt, die eine bauliche Anlage innerhalb des Sportparks nutzen und neu errichten wollen. . Im Ergebnis stellte sich heraus, dass der Vorstand des Rosenheimer Baseballvereins nicht bereit war, dem Konzept zuzustimmen, da es mittel- bis langfristig den Verlust des Baseballfeldes nach sich ziehen w√ľrde.

 

 

Die Diskussion aller Beteiligten f√ľhrte schlussendlich zu einer einvernehmlichen Kompromissl√∂sung, die alle Teilnehmer zufrieden stellte:

1.    Die Tennishalle soll wie urspr√ľnglich geplant s√ľd√∂stlich der ehem. Fliegerhalle errichtet werden.

2.    Das geplante Sportbad wird s√ľdlich der Tennishalle und √∂stlich des ehemaligen ‚ÄěChicken Joe‚Äú-Geb√§udes eingeplant.

3.    Zwischen den beiden bestehenden Hallen wird ein Baufeld f√ľr eine m√∂gliche Mehrzweckhalle vorgesehen.

4.    Das k√ľnftige Stadion mit Rundbahn wird nicht mehr in Ost-West-Richtung, sondern in Nord-S√ľd-Richtung gelegt, sodass der Baseballplatz erhalten bleiben kann und die M√∂glichkeit f√ľr einen weiteren Trainingsplatz offen gehalten wird.

5.    Der Parkplatz f√ľr ca. 400 Stellpl√§tze soll vor den beiden bestehenden Hallen (305+306) geplant werden.

 

Die Planer erarbeiten auf Grundlage dieses Besprechungsergebnisses einen Bebauungsplanentwurf.

 

 

 

 

Stellungnahme der Verwaltung:

Das Bauamt sieht die sehr schnelle Erarbeitung der Kompromissl√∂sung vom 15.04.2014 aus Sicht der Stadtentwicklung f√ľr √ľbereilt und diskussionsw√ľrdig. F√ľr eine geordnete und zielf√ľhrende Entwicklung halten wir das Konzept (Stufe 2) des B√ľros von Angerer vom 24.03.2014 f√ľr die bessere und ausgewogenere Alternative.¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† Zum einen wird mit der Situierung der beiden, bzw. drei neuen Hallen ‚Äď parallel zu den bestehenden Hallen ‚Äď eine r√§umliche Einheit geschaffen, welche den Hallenbereich zum Freibereich deutlich kennzeichnet und eine Art ‚ÄěHofbildung‚Äú schafft.¬† Zum anderen ist der f√ľr die Nutzungen des Sportparks notwendige Stellplatzbedarf im Einfahrtsbereich des Gel√§ndes der r√§umlich und funktional bessere Standort.

 

Die Erhaltung des Baseballfeldes ist durch das Stufenkonzept mittelfristig m√∂glich. Erst bei Errichtung der dritten und letzten Halle m√ľsste dieser Platz aufgegeben werden.¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† ¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†Der Raum zwischen den beiden bestehenden Hallen betr√§gt exakt 40,07m. Diese Breite ist ausreichend f√ľr jede bisher diskutierte Hallennutzung.

Die Alternativlösung mit dauerhafter Erhaltung des Baseballfeldes weist u. a. folgende Schwachpunkte auf:

  1. Die gro√üe Parkfl√§che f√ľr Pkw¬īs wird in das Zentrum des Sportparks gelegt und verhindert somit alternative Freiluftveranstaltungen in der Zukunft.
  2. Die Anordnung der beiden s√ľd√∂stlichen Hallen orientiert sich an den bestehenden Nutzungen und bildet mit der 17m breiten Zufahrt eher eine Schlucht-, als eine Torwirkung.¬†

 

Ein Bebauungsplan stellt eine ‚ÄěZielplanung‚Äú f√ľr die k√ľnftige Entwicklung von Teilfl√§chen einer Gemeinde/Stadt¬† dar. Die Umsetzung der Ma√ünahmen kann sofort, mittel- oder langfristig erfolgen. Ein Baugebot gibt es hier nicht.¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† In diesem Fall handelt es sich um eine stufenweise Erweiterung des Gel√§ndes in den kommenden 10 ‚Äď 15 Jahren. Daher wird weder der geplante Parkplatz, noch das bestehende Baseballfeld sofort bebaut.

Wir empfehlen daher das Konzept des B√ľro von Angerer vom 24.03.2014 als 6. √Ąnderung des Bebauungsplanes aufzunehmen.

Die √Ąnderung des Bebauungsplanes kann nur in einem regul√§ren Verfahren durchgef√ľhrt werden mit gleichzeitiger √Ąnderung des Fl√§chennutzungsplanes im Bereich der Bebauungsplan√§nderung.

 

Architekt von Angerer stellt auf Wunsch von Herrn Kr√§mer nochmals drei verschiedene Varianten f√ľr die Anordnung der k√ľnftigen Hallen vor, weil das Konzept im Ausschuss f√ľr Stadtentwicklung, Gesamtverkehrsplanung und Umwelt keine √ľberwiegende Zustimmung gefunden habe.

Stadtrat Lechner f√ľhrt aus, dass unter B Textteil bei der 6. √Ąnderung auf Seite 12 Ziffer 5 auch der nun nicht mehr in diesem Verfahren angedachte Kreisel im Nordosten des Parkgel√§ndes gel√∂scht werden m√ľsste. Au√üerdem bedauert er, dass die externen Ausgleichsfl√§chen exakt auf dem seit langen geplanten Geh- und Radweg abseits der Stra√üen vom Parkgel√§nde bis Weihenlinden vorgesehen seien. Hier sollte nochmal gepr√ľft werden, ob die Ausgleichsfl√§chen nicht an anderer Stelle m√∂glich sind. Au√üerdem sollte bei der √úberplanung des Parkgel√§ndes darauf Augenmerk gelegt werden, ob nicht verrohrte Bachl√§ufe im Gel√§nde ge√∂ffnet werden k√∂nnten.

 

Beschlussempfehlung der Verwaltung:

Der Bauausschuss empfiehlt dem Stadtrat, ein Verfahren zur 6. vereinfachten √Ąnderung des Bebauungsplanes Nr. 76 ‚ÄěParkgel√§nde Mietraching‚Äú gem√§√ü ¬ß 13 BauGB einzuleiten zur Festsetzung einer Halle zwischen den beiden bestehenden Hallen und einer teilweisen Umnutzung des bestehenden Parkplatzes zur Festsetzung eines Verkehrs√ľbungsplatzes. Inwieweit die Fl√§chennutzungsplan√§nderung zur Verwirklichung der 5. Bebauungsplan√§nderung ebenfalls einzuleiten ist, ist bis zur Stadtratssitzung ebenfalls abzukl√§ren.

 

Beschlussempfehlung

Der Bauausschuss empfiehlt dem Stadtrat folgende Beschlussfassung:

 

Der Stadtrat beschlie√üt, einem Verfahren zur 6. √Ąnderung des Bebauungsplanes Nr. 76 ‚ÄěParkgel√§nde Mietraching‚Äú zur Schaffung von Baur√§umen f√ľr drei zus√§tzliche Hallen, Tennispl√§tzen, eines Innovationscenters und einer Kartbahn, sowie einer gro√üen Parkplatzfl√§che mit ca. 400 Stellpl√§tzen, auf der Grundlage des Entwicklungskonzeptes des Architekten von Angerer, vorgestellt in der Sitzung des Bauausschusses vom 11.03.2014, zuzustimmen (¬ß 2 i.V.m. ¬ß 1 Abs. 8 BauGB). Der Stadtrat fasst deshalb den Aufstellungsbeschluss zu dieser √Ąnderung. Der √Ąnderungsplan mit integriertem Gr√ľnordnungsplan mit den Teilen A ‚Äď D (Planzeichnung, Textteil, Begr√ľndung und Umweltbericht) des Architekturb√ľros von Angerer, M√ľnchen, alle Planfassung vom 28.08.2014, ist Bestandteil des Aufstellungsbeschlusses zur √Ąnderung des Bebauungsplanes.

 

Der Stadtrat beschlie√üt weiter, im Parallelverfahren gem√§√ü ¬ß 8 Abs.3 BauGB den Fl√§chennutzungsplan der Stadt Bad Aibling im Bereich dieser √Ąnderung von ‚ÄěSondergebiet Sport und Veranstaltung‚Äú in ‚ÄěSondergebiet Sport, Freizeit & Veranstaltung‚Äú zu √§ndern. Mit dieser Fl√§chennutzungsplan√§nderung sollen auch im Norden eine stark eingegr√ľnte Verkehrsfl√§che mit der Zweckbestimmung ‚ÄěParkplatz‚Äú und im Osten eine s√ľdliche Erweiterung des bestehenden ‚ÄěMischgebietes‚Äú festgesetzt werden.

 

Die Verwaltung wird beauftragt, den Aufstellungsbeschluss zur √Ąnderung dieses Bebauungsplanes und den √Ąnderungsbeschluss zur √Ąnderung des Fl√§chennutzungsplanes orts√ľblich bekanntzumachen gem√§√ü ¬ß 2 Abs. 1 BauGB.

 

Der Stadtrat stimmt dem Entwurf des √Ąnderungsplanes mit integriertem Gr√ľnordnungsplan des Architekturb√ľros von Angerer, M√ľnchen samt Planzeichnung, Textteil, Begr√ľndung und Umweltbericht, alle Planfassung vom 28.08.2014, sowie dem √Ąnderungsplan zum Fl√§chennutzungsplan mit Begr√ľndung, Planfassung vom 28.08.2014 grunds√§tzlich zu und beschlie√üt, die Bauleitpl√§ne samt allen Unterlagen gem√§√ü ¬ß 3 Abs. 1, ¬ß 4 Abs. 1 und ¬ß 4 a BauGB auf die Dauer eines Monats √∂ffentlich auszulegen sowie den von der √Ąnderung betroffenen Beh√∂rden und sonstigen Tr√§gern √∂ffentlicher Belange zur Stellungnahme vorzulegen (vorgezogene Beteiligung).

 

Stadtr√§tin Gessner hat hierzu mit Schreiben vom 24.08.2014 einen Antrag eingereicht. Dieser Antrag wird zur√ľckgezogen.

Weiter ging hierzu ein Schreiben des TC Bad Aibling e.V. vom 14.08.2014 ein, dass der Bau einer Tennishalle zwischen den bestehenden Hallen vom Tennisclub nicht weiter verfolgt werde.


Beschluss:

Der Bauausschuss empfiehlt dem Stadtrat, ein Verfahren zur 6. vereinfachten √Ąnderung des Bebauungsplanes Nr. 76 ‚ÄěParkgel√§nde Mietraching‚Äú gem√§√ü ¬ß 13 BauGB einzuleiten zur Festsetzung einer Halle zwischen den beiden bestehenden Hallen und einer teilweisen Umnutzung des bestehenden Parkplatzes zur Festsetzung eines Verkehrs√ľbungsplatzes.